Von Menschen und Ressourcen
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Ich saß einmal in einem Projektbüro, als sieben Personen anwesend waren: zwei fest angestellte Mitarbeiter des GU und wir fünf Subunternehmer - Ressourcen. Da treffen sich die beiden auf dem Flur, einer sagt: "na, heute sind wir zwei allein im Büro".
Mmpfh.
Sourcing, Ressourcenplanung, resource allocation ... das sind alles Begriffe, die man mit viel Erfolg auf Bagger, einen Fuhrpark oder Meeting-Räume anwenden kann. Der Begriff ist aber so praktisch, dass er sich tiefer und tiefer in manche Denk- und Redegewohnheiten einschleicht.
Es ist ziemlich verbreitet, vom Sourcing für Programmierteams zu reden. Es passt ja auch nahtlos in die Prozesse: Projektplan aufstellen, Spezifikation schreiben, die notwendige Kapazität planen, Ressourcen zur Realisierung beschaffen.
Trotzdem: es ist falsch.
Ruckzuck ist man dabei, den Prozess durchzuplanen und die Beteiligten zu beliebig austauschbaren Teilen zu machen.
Wenn ich das so hinschreibe, klingt es zunächst so, als ob ich sage: es widerspricht meinen Glaubensgrundsätzen. Das ist es aber nicht bzw. nicht nur. Vielmehr ist Scrum ein Werkzeug, mit dem die richtige Software produktiv entwickelt werden kann. Das heisst unter anderem, selbstorganisierte Teams zu bilden - und um die Vorteile tatsächlich abzuholen, muss man notwendigerweise auch die Prinzipien und Werte leben, die dahinter stehen. Dazu gehört auch die Sprache, sie beeinflusst das Denken in hohem Mass.
Ken Schwaber hat ein Statement geschrieben, das Anforderungen an Kurse für Certified Scrum Master stellt und das ebenfalls feststellt: Menschen sind keine Ressourcen. Das möchte ich herzlich zur Beachtung empfehlen.